Notarkosten beim Neubau: Was kostet das?
Veröffentlicht am 18. Juni 2026 · Notarkosten
Die Notarkosten gehören zu den am häufigsten missverstandenen Posten beim Immobilienkauf. Gute Nachricht für Käufer im Neubau: Sie sind deutlich niedriger als im Bestand. Im Folgenden wird erläutert, was sie umfassen, wie sie berechnet werden und wie viel Sie sparen.
Kurz gefasst
Beim Neubau machen die Notarkosten etwa 2 bis 3 % des Kaufpreises aus, gegenüber 7 bis 8 % im Bestand. Der Unterschied erklärt sich durch den steuerlichen Anteil (Grunderwerbsteuer), der im Neubau deutlich geringer ausfällt.
Woraus setzen sich die "Notarkosten" zusammen?
Der Begriff ist irreführend: Die Vergütung des Notars macht nur einen kleinen Teil aus. Man unterscheidet drei Bestandteile:
| Bestandteil | Funktion | Gewicht |
|---|---|---|
| Steuern & Abgaben | Steuerlicher Anteil, der an den Staat und die Kommunen abgeführt wird | Der größte Posten |
| Auslagen | Vom Notar vorgestreckte Kosten für die Vorbereitung der Akte | Gering |
| Notargebühren | Vergütung des Notars, gesetzlich durch einen landesweiten Tarif geregelt | Moderat |
Es ist der steuerliche Anteil, der den entscheidenden Unterschied zwischen Neubau und Altbau ausmacht.
Warum ist es im Neubau günstiger?
Bei einem Verkauf im Zustand in Fertigstellung (VEFA) ist der steuerliche Anteil – der größte Posten – deutlich reduziert. Die Auslagen und die Gebühren des Notars bleiben dagegen durch einen einheitlichen bundesweiten Tarif geregelt. Ergebnis: Die Gesamtkosten sinken auf etwa 2 bis 3 % statt 7 bis 8 %.
Wie viel sparen Sie?
Der Unterschied zum Altbau beläuft sich häufig auf mehrere Tausend Euro. Bei gleichem Budget können diese eingesparten Tausend Euro Ihrem Projekt zugutekommen:
- Zusätzliches Eigenkapital, um Ihre Bankunterlagen zu stärken.
- Einbauküche, die im Neubau oft nicht enthalten ist.
- Möbel, besonders nützlich bei einer möblierten Vermietung (LMNP).
- Liquiditätsreserve, um Ihren Einzug entspannt anzugehen.
Lassen sich diese Kosten finanzieren?
In vielen Fällen bezieht die Bank die Notarkosten in die Finanzierung ein, abhängig von Ihrem Eigenkapital und Ihrem Profil. Da der genaue Betrag vom Objekt und vom Notar abhängt, empfehlen wir Ihnen, für die Budgetplanung eher einen Rechner zu nutzen als eine theoretische Berechnung.
Notarkosten und PTZ
Die reduzierten Notarkosten im Neubau und das zinslose Darlehen (PTZ) sind zwei getrennte Vorteile, die sich kombinieren lassen. Zusammen entlasten sie Ihr Eigenkapital doppelt: geringere Nebenkosten auf der einen Seite, eine zinsfreie Finanzierung auf der anderen.
Fazit
Im Neubau stellen die reduzierten Notarkosten (2 bis 3 %) einen automatischen Vorteil dar, der Ihr Eigenkapital entlastet und einen wieder investierbaren Betrag freisetzt. Schätzen Sie diese Kosten genau und prüfen Sie mit Ihrem Berater, ob sie in Ihre Finanzierung einbezogen werden können.